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Was ist das elektronische Rezept (E-Rezept)?

Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist eine Fachanwendung der Telematikinfrastruktur (TI), welche die digitale Umsetzung des Papierrezepts nach Muster 16 („rosa Rezept“) für apothekenpflichtige Medikamente beschreibt.

Ist die Verordnung von E-Rezepten verpflichtend?

Ja, verschreibungspflichtige Arzneimittel, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, müssen seit dem 01.01.2024 als elektronisches Rezept verschrieben werden. Für alle anderen Verordnungen, die bisher auf dem rosa Rezept ausgestellt wurden, wie z. B. Verband- und Hilfsmittel, verwenden Praxen weiterhin das Muster 16. Auch Betäubungsmittel-Rezepte (BtM-Rezepte), T-Rezepte und der Praxisbedarf werden weiterhin auf Papier ausgestellt. Ausbaustufen sind bereits in der Planung.
Optional können (je nach Funktion des Praxisverwaltungssystems (PVS)) blaue oder grüne Rezepte, wie auch OTC-Präparate (z.B. für Kinder), als E-Rezept ausgestellt werden. 

Was passiert, wenn Praxen das E-Rezept nicht nutzen?

Arztpraxen und Zahnarztpraxen müssen gegenüber ihrer jeweiligen Kassenärztlichen/Kassenzahnärztlichen Vereinigung nachweisen, dass sie die erforderliche Technik nutzen. Trifft dies nicht zu, ist sowohl mit einer Halbierung der monatlichen TI-Pauschale als auch mit einer Honorarkürzung von 1 % zu rechnen.

Welche technischen Voraussetzungen benötigt das E-Rezept?

Die Grundlegende Voraussetzung zur Erstellung von E-Rezepten ist für Einrichtungen des Gesundheitswesens die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Dafür werden folgende Komponenten benötigt:

Außerdem benötigen Praxen einen Drucker für den Maschinenlesbaren Papierausdruck des E-Rezepts.
Auch Patientinnen und Patienten müssen technische auf das E-Rezept vorbereitet sein. Dazu dient in erster Linie der Besitz einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ihrer Krankenkasse. Gegebenenfalls können Patientinnen und Patienten eine E-Rezept-App auf Ihrem Smartphone nutzen, um weitere Funktionen in Anspruch zu nehmen.

Wie wird das E-Rezept ausgestellt?

Die Erstellung eines E-Rezepts erfolgt (wie bekannt) in der genutzten Verordnungssoftware der medizinischen Einrichtung (PVS). Anstatt das Rezept anschließend auszudrucken und zu unterschreiben, erfolgt die Unterschrift digital. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nutzt seinen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) um das Rezept mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) zu versehen, welche der Rechtssicherheit dient (siehe hierzu: Signaturarten). Nachdem das E-Rezept seine Signatur erhalten hat, wird es mit Transportverschlüsselung an den E-Rezept-Server übermittelt, von welchem es ab diesem Zeitpunkt zum Abruf bei den Apotheken und damit zur Einlösung zur Verfügung steht. Das Makelverbot gilt auch für das E-Rezept (ausgenommen Zytostatika und enterale Ernährung).

Wie gehe ich bei technischen Störungen vor?

Bei technischen Störungen erfolgt der Rückgriff auf das papierbasierte Muster 16.

Wie werden E-Rezepte bei Hausbesuchen ausgestellt?

Da bei Hausbesuchen ausschließlich mit mobilen Kartenlesegeräten gearbeitet werden kann, ist eine Ausstellung von elektronischen Rezepten nicht möglich. Für die Ausstellung muss eine Verbindung zur Telematikinfrastruktur (TI) vorhanden sein, die bei mobilen Zugriffen nicht gewährleistet wird.

Können E-Rezepte in Videosprechstunden ausgestellt werden?

Ja, das Ausstellen von E-Rezepten in Videosprechstunden ist möglich. Wenn die Gesundheitskarte im laufenden Quartal bereits einmal in der Praxis gesteckt wurde, oder die Patientin bzw. der Patient sich in der Videosprechstunde mit der Gesundheitskarte authentifiziert hat, kann die Ärztin bzw. der Arzt im Praxisverwaltungssystem wie gewohnt ein E-Rezept erstellen und signieren.

Sind mit dem E-Rezept Mehrfachverordnungen (Wiederholungsrezepte) möglich?

Ja, mit dem E-Rezept ist die Ausstellung von Mehrfachverordnungen möglich. Es können bis zu vier inhaltsgleiche Medikamente verschrieben werden, die eine Gültigkeit von bis zu 365 Tagen haben. Besonders für chronisch kranke Patientinnen und Patienten bieten Mehrfachverordnungen einen erheblichen Nutzen. Trotzdem müssen Patientinnen und Patienten ihre Gesundheitskarte einmal pro Quartal in der Praxis einlesen lassen.

Wer darf das E-Rezept ausstellen und signieren?

Erst nach dem Signaturvorgang eines Rezeptes, ist dieses rechtsgültig zu Medikamentenausgabe bereit. Im Rahmen der E-Rezept-Ausstellung sorgt die digitale Unterschrift (QES) für die Rechtssicherheit, da sie eindeutig zuzuordnen ist. Daher benötigen Ärztinnen und Ärzte, sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte zwingend einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) und die dazugehörige Signatur-PIN. Wichtig: der eHBA ist personengebunden, weshalb die verordnende und signierende Person identisch sein müssen.
Auch Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten dürfen E-Rezepte ausstellen, müssen jedoch einen eigenen eHBA besitzen und mit diesem signieren. Damit dies möglich ist, muss die Kassenärztliche/Kassenzahnärztliche Vereinigung die Anstellung der Weiterbildungsassistenz genehmigt haben, und die weiterbildende Person muss in derselben Praxis arbeiten. Nach den Vorgaben der Arzneimittelverschreibungsordnung muss die Weiterbildungsassistenz namentlich im Rezept hinterlegt sein. Da jedoch im Auftrag der Vertragsärztin bzw. des Vertragsarztes gehandelt wird, der eine Weisungsbefugnis besitzt, muss dessen lebenslange Arztnummer (LANR) im E-Rezept enthalten sein.
Das Praxispersonal darf das E-Rezept im Praxisverwaltungssystem vorbereiten und ausfüllen, sowie den Rezept-Token ausdrucken, jedoch keine Signaturvorgänge vornehmen.

Können nach Ausstellung des E-Rezepts Korrekturen vorgenommen werden?

Nein, das Rezept muss über Praxisverwaltungssystem gelöscht und neu dort ausgestellt werden. Die Stornierung ist nur möglich, wenn das Rezept noch keiner Apotheke zugewiesen ist. Ist dies der Fall, muss die Apotheke das Rezept erst freigeben. Apothekerinnen und Apotheker können – wie bisher – bestimmte Korrekturen vornehmen.

Wie wird das E-Rezept eingelöst?

Für die Einlösung des E-Rezepts stehen Patientinnen und Patienten drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Elektronische Gesundheitskarte (eGK): Durch Stecken der eGK im Kartenterminal der Apotheke können alle offenen Rezepte abgerufen und auf Wunsch der Patienten bzw. des Patienten eingelöst werden.
  2. E-Rezept-App: Die Einlösung via E-Rezept-App auf dem Smartphone kann entweder durch den Scan des Rezept-Codes (ähnlich QR-Code) in der Apotheke vor Ort oder durch eine ortsunabhängige Online-Bestellung in einer Wunsch-Apotheke (ggf. Versand oder Botendienst) erfolgen.
  3. Papierausdruck: Auf Wunsch der Patienten oder des Patienten kann ein Papierausdruck mit Rezept-Code (nicht das eigentliche Rezept) aushändigt werden, der zum Abruf via Scan in der Apotheke vor Ort oder online (z.B. via E-Mail, Messenger oder Webshop einer Online-Apotheke) dient. Auf einem Papierausdruck können bis zu drei Rezeptcodes sowie ein Sammelcode aufgedruckt werden. Für jedes Medikament gibt es dabei immer einen eigenen Rezept-Code.

Wie lange ist ein elektronisches Rezept gültig?

Wie das herkömmliche Papierrezept besitzt das E-Rezept ab Ausstellung eine Gültigkeit von 28 Tagen.

Welchen Nutzen bringt das E-Rezept für die Arztpraxis/Zahnarztpraxis?

Folgende Vorteile kann das E-Rezept für Praxen bringen:

Was muss bezüglich Speicherung und Zugriff beachtet werden?

Das E-Rezept wird nach der elektronischen Signatur (QES) durch ausstellende Medizinerinnen und Mediziner (per eHBA) auf dem E-Rezept-Server im sicheren deutschen Gesundheitsnetz (Telematikinfrastruktur) gespeichert. Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und/oder der Rezept-Code (via App, Papierausdruck) sind lediglich „Schlüssel“ um das E-Rezept abzurufen – keine Speichermedien.
Wurde das E-Rezept durch die Patientin oder den Patienten eingelöst, wird das E-Rezept weitere 100 Tage auf dem E-Rezept-Server der TI gespeichert, bevor es automatisch gelöscht wird. Anschließend „verschwindet“ es auch aus der E-Rezept-App der Patientinnen und Patienten, außer es wurde dauerhaft durch die Nutzerin oder den Nutzer archiviert.
Zugriff auf das Rezept haben ausschließlich die verordnende Ärztin bzw. der verordnende Arzt, die Patientin bzw. der Patient und die ausgewählte Apothekerin oder der ausgewählte Apotheker. Dabei wird jeder Zugriff in einem Zugriffsprotokoll der Telematikinfrastruktur festgehalten.

Was ist für die Weiterentwicklung des E-Rezepts geplant?

Für die Weiterentwicklung des E-Rezepts ist in erster Linie die Digitalisierung weiter Rezepttypen und -prozesse geplant (z.B. T-Rezepte, Betäubungsmittelrezepte, Verordnungen für Heil- und Hilfsmittel, Rezepte für Privatversicherte, etc.).
Außerdem soll in Zukunft die automatische Speicherung von E-Rezepten in der elektronischen Patientenakte (ePA) ermöglicht werden.
Des Weiteren wird an einer Einlösung von E-Rezepten in anderen EU-Staaten gearbeitet.

Funktioniert das E-Rezept bereits für Privatversicherte?
Ja, das E-Rezept kann auch für Privatversicherte genutzt werden. Dies ist jedoch abhängig vom Angebot der jeweiligen privaten Krankenversicherung, sowie von den Softwareanbietern in Praxen und Apotheken, die ein Update für ihr System benötigen.
Grundsätzlich gilt: Für Privatversicherte bleibt das E-Rezept laut PKV-Verband freiwillig. Jedes Unternehmen entscheide selbst, ob es das E-Rezept anbieten möchte. Und die Privatversicherten entscheiden, ob sie es nutzen wollen.

Wie werden Freitextverordnungen korrekt als E-Rezept erstellt? (Speziell für Zahnärztinnen und Zahnärzte)

Ist eine Praxissoftware nicht mit einer Arzneimittel-Datenbank verbunden, müssen Arzneimittel über die Freitext-Funktion verordnet werden. Dies ist häufig mit Fehleranfälligkeiten im Ausstellungsprozess und damit Mehraufwand in Apotheken verbunden. Um diese Fehler vorzubeugen, sollten folgende Punkte beachtet werden:

Weiterführende Links: 

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