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Was ist das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)?

Das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist eine Anwendung der Telematikinfrastruktur (TI). Dabei werden die Stammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) elektronisch mit den bei der Krankenkasse vorliegenden Daten der/des Versicherten abgeglichen.

Zu diesen Stammdaten gehören:

  1. Persönliche Daten: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Anschrift
  2. Daten zur Krankenversicherung: Krankenversichertennummer, Krankenversichertenstatus

Wie funktioniert das VSDM?

Um das VSDM auszuführen, muss die elektronische Gesundheitskarte der Patientin oder des Patienten in das Kartenlesegerät gesteckt werden.
Das VSDM beinhaltet dabei zwei Schritte: die Online-Prüfung der Stammdaten und die Aktualisierung.
Im Rahmen der Online-Prüfung wird die Aktualität der Daten und des Versichertenverhältnis abgefragt. Hierzu wird ein Abgleich zwischen den Daten auf der Karte und den Daten, die bei der jeweiligen Krankenkasse hinterlegt sind, durchgeführt.
Sollten Abweichungen bestehen, werden die Daten auf der Karte mit den aktuellen Daten von der Krankenkasse überschrieben. Aktualisierungen können nur vorgenommen werden, wenn Versicherte ihre Krankenkasse über Änderungen informieren.
Die Prüfung und Aktualisierung erfolgen im Einleseprozess der Karte automatisiert.
Aktualisierungen können anschließend in das lokale Praxisverwaltungssystem (PVS) übernommen werden.

Welche technischen Voraussetzungen benötigt das VSDM?

Um das VSDM durchführen zu können, muss die Praxis an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein. Über die angeschlossenen E-Health-Kartenterminals werden die elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der Versicherten ausgelesen.

Kann eine Praxis Änderungen an den Versichertenstammdaten vornehmen?

Nein, eine Praxis ist weder befugt noch technisch dazu in der Lage die Versichertenstammdaten zu ändern. Versicherte sind selbst dazu verpflichtet, aktualisierungsbedürftige Daten bei Ihrer Krankenkasse zu melden.

Ist das VSDM verpflichtend?

Seit 2019 müssen alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten das VSDM in den eigenen Praxisräumen verpflichtend durchführen. Bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal muss dafür die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden. Nicht-Durchführung des VSDM ist über Abrechnungsdatensätze dokumentierbar und wird mit Honorarkürzungen von 2,5 % sanktioniert.

Wie erfolgt das VSDM bei Hausbesuchen?

Da bei Hausbesuchen nur auf mobile Kartenlesegeräte zurückgegriffen werden kann, welche nicht mit der Telematikinfrastruktur verbunden sind, kann kein Versichertenstammdatenabgleich durchgeführt werden. Im besten Fall wurde die Karte in diesem Quartal bereits in der Praxis eingelesen.

Welchen Nutzen hat das VSDM?

Vorteile ergeben sich in erster Linie für die Krankenkassen. Liegen in den dortigen Rechenzentren aktuellere Informationen vor, können die Daten auf der Karte aktualisiert werden. Für die Kassen entfällt damit die Notwendigkeit der Produktion und des Versands neuer Karten.

Gleichzeitig ermöglicht der Datenabgleich eine Prüfung des Versicherungsstatus und erschwert die Inanspruchnahme von Leistungen durch nicht berechtigte Personen.
Auch in der behandelnden Praxis sind die Patientendaten so auf dem neuesten Stand.

Muss bei einem Besuch eines Patienten ohne Arzt-Patienten-Kontakt ein VSDM gemacht werden?

Ein Arzt-Patienten-Kontakt im Sinne des Gesetzes – und damit die Pflicht zum VSDM – besteht auch dann, wenn die Ärztin oder der Arzt eine Leistung an das medizinische Fachpersonal delegiert. Dies ist zum Beispiel bei einer Blutentnahme oder der Ausstellung eines Folgerezeptes der Fall.

Muss das VSDM auch bei Privatversicherten durchgeführt werden?

Nein, da es einen privaten Behandlungsvertrag zwischen Privatpatienten und Praxis gibt.

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