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Was ist der elektronische Medikationsplan (eMP)?

Der elektronische Medikationsplan (eMP) ist eine Anwendung der Telematikinfrastruktur (TI).
Er ist eine Weiterentwicklung des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP), der bereits seit 2016 für Patienten zur Verfügung steht. Der BMP enthält alle verschreibungspflichtigen Medikamente samt Wirkstoff, Dosierung, Einnahmegrund und weiteren Hinweisen zur Einnahme in Papierform. Mit dem eMP werden diese Informationen nun digital auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) überführt.
Mit dem eMP soll sichergestellt werden, dass unerwünschte Wechselwirkungen vermieden werden.
Der eMP ist eine für Versicherte freiwillige Anwendungen.

Welche Informationen enthält der eMP?

Neben allgemeinen Angaben zur Patientin oder zum Patienten, enthält der eMP alle aktuell und früher eingenommenen Medikamente einer Patientin oder eines Patienten – sowohl verschreibungspflichtige Medikamente als auch frei verkäufliche Arzneimittel. Informationen zu Wirkstoff, Dosierung, Einnahmegrund und weitere Hinweise zur Einnahme können im eMP hinterlegt werden.
Auch weitere medikationsrelevante Daten (z.B. Allergien oder Unverträglichkeiten) können hier von allen behandelnden Ärztinnen und Ärzten eingetragen werden.

Welche technischen Voraussetzungen benötigt der eMP?

Zur Anlage, Überarbeitung und Löschung des elektronischen Medikationsplans (eMP) ist eine Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) notwendig.
Für den eMP werden außerdem benötigt:

Patientinnen und Patienten benötigen ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK), die im Falle des eMP als Speicherort dient. Ihren Medikationsplan geben sie mit Hilfe ihrer eGK frei – auf Wunsch können die Medikationsdaten auch durch den eGK-PIN geschützt werden. Die Daten sind standardmäßig durch eine PIN geschützt, können daher nur auf der eGK gespeichert, von dort ausgelesen und geändert werden, wenn die oder der Versicherte die Karten-PIN kennt. Die PIN erhalten Patientinnen und Patienten bei der zuständigen Krankenkasse. Die PIN-Eingabe kann auf Wunsch der Patientin oder des Patienten deaktiviert werden.

Wie wird der eMP erstellt?

In der Regel wird der eMP von der behandelnden Hausärztin oder dem behandelnden Hausarzt angelegt, da sie bzw. er die Medikation überwiegend koordiniert. Auch weiterbehandelnde Fachärztinnen und Fachärzte sind angehalten, den eMP zu aktualisieren.
Bevor der elektronische Medikationsplan erstellt werden kann, muss die Patientin oder der Patient über das Vorgehen aufgeklärt und eine ausdrückliche Einwilligung von ihr/ihm eingeholt werden. Im besten Fall sollte dies dokumentiert werden. Sofern der eGK-PIN vorliegt, ist die Speicherung auf der Gesundheitskarte der Patientin oder des Patienten möglich.
Über das genutzte PVS kann der eMP angelegt werden. Anschließend erfolgt die Speicherung auf der eGK und als Kopie im PVS.
Auf Patientenwunsch kann der eMP auch ausgedruckt werden (entspricht BMP).

Wie wird der eMP bearbeitet?

Der eMP darf mit Zustimmung der Patientin oder des Patienten von Ärztinnen bzw. Ärzten und Apothekerinnen bzw. Apothekern sowie deren Fachpersonal und von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ausgelesen werden.
Die Bearbeitung des eMP bleibt Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern vorenthalten. Bevor der Medikationsplan überarbeitet werden darf, muss die Einwilligung der behandelten Patientin oder des behandelnden Patienten eingeholt und dokumentiert werden. Nachdem die eGK ins Kartenterminal gesteckt wurde, muss die Patientin oder der Patient gegebenenfalls den eGK-PIN eingeben. Anschließend kann der eMP im PVS aufgerufen und aktualisiert werden. Eine Kopie des eMP wird automatisch im PVS gespeichert. Einträge können anschließend geändert, ergänzt oder gelöscht werden. Nach der Bearbeitung muss der eMP wieder auf der eGK gespeichert werden. Auf Patientenwunsch kann der eMP auch ausgedruckt werden (entspricht BMP).

Welchen Nutzen bringt der eMP?

Der eMP bringt sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für behandelndes Fachpersonal Vorteile mit sich.
Je mehr Medikamente eine Patientin oder ein Patient einnimmt, desto häufiger kommt es zu Einnahmefehlern. Der Medikationsplan unterstützt Patientinnen und Patienten bei der korrekten Medikamenteneinnahme und gibt einen Überblick.
Sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch für Patientinnen und Patienten wird die Arzneimitteltherapie mit dem eMP sicherer. Mit dem eMP können Wechselwirkungen von bisher bzw. aktuell eingenommen Medikamenten, sowie Unverträglichkeiten und Allergien in der Verschreibung berücksichtigt werden. Abhängig vom genutzten System, bieten einige PVS hierfür die sogenannte Arzneimitteltherapie-Sicherheitsprüfung (AMTS) an, um auf Wechsel- und Nebenwirkungen aufmerksam zu machen.
Auch in der Apotheke ist mit dem eMP eine optimale Beratungsgrundlage im Sinne der Arzneimitteltherapiesicherheit geschaffen.

Wer hat Anspruch auf einen eMP?

Einen gesetzlichen Anspruch auf die Erstellung und Bearbeitung des elektronischen Medikationsplans haben gesetzlich Versicherte, die mindestens drei systemisch wirkende Medikamente über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen einnehmen.
Die Nutzung des eMP bleibt für Patientinnen und Patienten freiwillig.

Ist die Anlage und die Bearbeitung des eMP verpflichtend für (Zahn-)Arztpraxen?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht existiert für den eMP nicht. Patientinnen und Patienten haben jedoch das Recht, einen Medikationsplan zu verlangen, wenn sie mindestens drei verordnete Medikamente dauerhaft einnehmen. Arztpraxen sind in solchen Fällen verpflichtet, diesen Plan auf Papier oder elektronisch zur Verfügung zu stellen.  

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